SOCIAL THEATRE


a r t  i n  s o c i e t y .

"Man betreibt mit Kunst auch Politik.
Alles was ändernd in die Vorgänge des Lebens eingreift, ist Politik.“   
Hans Richter

 

Theater bedeutet -
gemeinsam Erfahrungen zu machen,
sich in Beziehung zu Anderen und zu sich selbst zu bringen. Ensemble.

Theater bedeutet -
berühren und berührt werden, sich selbst und den/vom Anderen,
sich selbst und den Anderen im Spiel zu schauen: Schau-Spiel.

Theater bedeutet -
ins Offene, ins Risiko, in den Ausdruck, in die Verwandlung zu gehen.

 

SOCIAL THEATRE
Die hier unter SOCIAL THEATRE dargestellten Inszenierungen entstanden zwischen 2012 und 2020:
Projekte 01 - 05 und 08 - 10: Konzept, Pädagogik, Regie, Textfassung: Dietmar Lenz.
Über die Jobcenter der Städte fanden wir (www.Projektfabrik.org) Menschen, die über längere Zeiträume keiner Arbeit mehr gefolgt waren. Menschen, die aber den Mut hatten, über sechs Monate in die Disziplin täglicher Theaterproben einzutauchen, ins Offene, ins Risiko zu springen: sich der Herausforderung stellen, im Angesicht des Anderen Figuren und Szenen aus der Weltliteratur des Theaters mit seinem Body-Mind zu erkunden und in den Ausdruck zu bringen; Verantwortung für die Gestaltung des Eigenen zu übernehmen, wie auch für den Bildungsprozess eines Ensembles.
Für die beiden Projekte 06 und 07 wurden koreanische Krankenschwestern angesprochen, ihr nahezu 50-jähriges (Berufs-) Leben in Deutschland zum Gegenstand autobiografischer TheaterRecherchen zu nehmen.
"Angekommen, weil angenommen", von den Mitspieler*Innen, so die Worte einer Teilnehmerin.

 

Bilanz einer Teilnehmerin,
nach 6 Monaten intensiver Theaterarbeit, 1 Premiere, 2 Aufführungen und 4 Monaten betrieblicher Praktika:

Gestoßen in wilde Wege.
[Zitat aus ANTIGONE]
Wesentliche Dinge, die mir heraushelfen aus meiner persönlich-biografischen Flaute und meinem beruflich-biografischen Loch, konnte ich nur hier lernen. Nirgends woanders wurde ich bisher so intensiv und gezielt gefordert und gefördert. Ich wurde in totales Neuland gestoßen. Meine Defizite, Schwächen und Unsicherheiten erfuhr, erlebte und erkannte ich hier. Mir wurde ermöglicht, mich auszuprobieren und Facetten meines Selbst zu entdecken. Vertrauen in sich, in die eigene Stimme und in Andere, Offenheit zur Welt und ihre Dynamiken, wurden von mir ultimativ gefordert und genährt. Selbstüberwindung, sich aufeinander einlassen, sein Umfeld intensiver wahrnehmen, gemeinsames Erarbeiten und Handeln, hier konnte ich es üben wie lange nicht mehr. Selbsterfahrung, Entwicklung und Wandlung, drei zentrale Ingredienzen der Persönlichkeitsbildung, waren tagtägliche Medizin.