ANTIGONE ... the social impact of theatre

 


ANTIGONE

nach Sophokles

Was an Antigone könnte mehr verwirren als ihr tiefer Widerstand
gegen jede Art von Unterwerfung, der ein Akt der Liebe?  
Marcus Steinweg

Presse: POTSDAMER NEUESTE NACHRICHTEN

 

Premiere
Mittwoch -   28.06.2017, 10:3o Uhr

weitere Aufführungen
Freitag    -    30.06.2017, 10:3o Uhr
Montag    -    03.07.2017, 19.3o Uhr
Mittwoch -    05.07.2017, 19.3o Uhr

Ort
BÜRGERHAUS am Schlaatz / Schilfhof 28 / 14478 Potsdam

Programmheft ANTIGONE

Fotos: Holger Rudolf

 

Theater ist ...   
In der altgriechischen Tragödie tritt der Mensch aus dem Mythos heraus auf eine Bühne
und findet (s)eine Stimme, die ihn in Beziehung bringt zu seinen Mythen, seiner eigenen
Gefühls-Gedanken-Glaubens-Welt. In diesem sechs monatigen Theaterprojekt haben 11
TeilnehmerInnen, vom Jobcenter Potsdam unterstützt, sich einem Urgestein der dramatischen
Weltliteratur, der ANTIGONE, angenähert, indem sie versuchen, sich in die Stimmen des Pathos
von Liebe, Schmerz, Bitten und Klagen einzufühlen und diese in den Ausdruck zu bringen.

Konfrontiert mit dem Bürgerkrieg, in dem ihre beiden Brüder sich gegenseitig ermordet haben,
bezieht Antigone einen Standpunkt. Sie verteidigt nicht den Herrscher, ihren Onkel Kreon und das
Gesetz des Staates, das er repräsentiert.  Sie macht sich auch nicht in die Berge auf, um sich der
Armeeihres Bruders im Krieg gegen den Staat anzuschließen. Sie verlässt ihre Stadt zur Nacht und
geht auf das Schlachtfeld, verstreut eine handvoll Staub und gießt Wasser über den Körper ihres
getöteten Bruders, dem Kreon das Begräbnis verweigert hat. Sie vollzieht ein symbolisches Ritual,
welches unwirksam gegen Grauen und Gewalt ist, aber einer tief empfundenen persönlichen
Notwendigkeit folgt, und bezahlt mit ihrem Leben.

Dies ist der Akt des Theaters: eine Art Ritual,  das wir mit unserem tief empfundenen
»Selbst« verbinden, mit unserer persönlichen Kraft und Notwendigkeit.

Dietmar Lenz

 

The social impact of theatre -

... dass ich angekommen, weil ich angenommen bin.
So die Worte einer Teilnehmerin an diesem Projekt in einer Gruppenreflektion über
den Arbeitsprozess
an der ANTIGONE.

Theater und Theaterpädagogik fördert und übt die Gestaltungskräfte im Menschen durch spielerisch gestalterischen Umgang mit Grundlagen ästhetisch-künstlerischen Wahrnehmens und Handelns, fördert das Über-Sich-Hinausgehen.
Der Mensch ist da ganz Mensch, wo er spielt. (Friedrich Schiller).
Die tagtägliche Arbeit an und mit der Rolle (Körper-, Atem-, Stimm-, Sprech- und Darstellungs-  übungen) sucht nach der Ausdruckskraft im menschlichen Sein und Handeln. Erweckt werden Selbstwahrnehmung und Selbsterkenntnis, das zu Selbstvertrauen, Ich-Stärke und zu einem konstruktiv   gestaltenden Blick auf die eigene Biografie und die eigenen Fähigkeiten führt. Theaterspiel verlangt und übt Teamarbeit: eine ganzheitliche Kommunikation mit sich selbst, Partner, Gruppe und Um-Welt. - 
Der altgriechische Philosoph Aristoteles sah das Wesen der griechischen Tragödie in der KATHARSIS: der Reinigung/Lösung von sozialen und seelischen Knoten.  D. Lenz